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Schaffhauser Nachrichten, 9. März 2010

Mutanda Mutandis Stärken, Schwächen, Schicksale

Von Alexa Scherrer

Die Exil-Schaffhauserin Hedi von Zelewsky-Ebner stellt in der Kulturgaststätte Sommerlust in Schaffhausen Unterhosen «mit menschlichem Charakter» aus.

Hedi von Zelewsky-Ebner macht Kunst mit Unterhosen. «Naja», denkt man da, «was kann man mit Unterhosen schon darstellen.» Von Zelewskys Werke beweisen: fast alles – wenn man über die nötige Fantasie verfügt.

Die Unterhose ist schwarz gefärbt, glänzend wie frisches Pech. Im Schritt ist ein Stück spitzer Stacheldraht eingearbeitet. Wofür steht dieses Werk? Für das Gefangensein im eigenen Ich, in seiner Sexualität oder für das oft schmerzvoll verlangte Trennen von Körperlichem und Liebe? «Ein Bild existiert nur in der Interaktion zwischen dem Werk und dem Betrachter, und es ist nur diese Interaktion, die für die jeweilige Deutung entscheidend ist», erläuterte Hedis Ehemann Alex von Zelewsky in seiner Begrüssungsrede zur sonntäglichen Vernissage in der Galerie der Sommerlust. Der Titel der Ausstellung «Mutanda Mutandis» ist abgeleitet vom italienischen Wort für Unterhosen «Mutande» und von «Mutatis Mutandis», was auf Juristenlatein etwa «mit den nötigen Änderungen» heisst. Die Idee, mit Unterhosen zu arbeiten, habe Hedi von Zelewsky-Ebner befallen und sofort in Besitz genommen. «Ich interessiere mich für Menschen. Zuerst habe ich es mit der Schauspielerei zum Ausdruck gebracht, jetzt im gestalterischen Bereich.» Es geht dabei aber nicht um die Unterhose an sich, sie ist nur Arbeitsmaterial, sozusagen Mittel zum Zweck. Aus von Zelewsky-Ebners Sicht stellt jede Unterhose ein menschliches Porträt dar, zeigt Schwächen, Stärken und Schicksale. Sie benutzt also ein Objekt, das zum Verhüllen gedacht ist, zum Enthüllen. Die ausgestellten Culottes wurden nicht über Jahre hinweg gesammelt, sondern jede einzelne wird von Hedi von Zelewsky-Ebner von Grund auf genäht, kreiert und gestaltet. Ihr Haus im Tessin werde zu achtzig Prozent als Atelier benutzt und biete eine Unmenge an Materialien. Sie lege jedoch Wert auf Gegenstände, die es auf der Welt nur einmal gebe und die ihre eigene Geschichte hätten. Diese Einzigartigkeit sei ihr wichtig, sie wolle und werde nie zwei gleiche Werke fertigen. Die Tiefe der Künstlerin liegt in der Banalität ihrer Werke. Erst wer auf die Details achtet, dabei aber den Blick für das Ganze nicht verliert, entlockt ihren Werken eine Aussage.

Publiziert am 18.01.2010

Soul-Jazz der frühen 60er-Jahre

Konzert Robi-Weber-Quartett, 16. Janur 2010

Verschreibt sich heutzutage eine Jazz-Combo dem Soul-Jazz der frühen 60er-Jahre und verkauft das Ganze noch als «Easy Listening», begibt sie sich in riskantes Fahrwasser. Oft schon hat man die einschlägigen Standards gehört, zudem wurde das Genre durch kommerzielle CD-Compilations immer mehr in die Ecke seichter Hintergrundmusik gedrückt.

Glücklicherweise fackelte das Robi-Weber-Quartett am Samstag im Dachstock der «Sommerlust» nicht lange und gab schon mit den ersten Takten zu verstehen, dass es diese seichten Gewässer in weitem Bogen zu umschiffen weiss. Mit Spielfreude und verschmitztem Charme, als würden die routinierten Musiker die Stücke immer wieder zum ersten Mal spielen, nahmen sie sich der harmonisch, zum Teil tatsächlich einfach gestrickten Soul-Jazz-Klassiker in kompromisslos hoher musikalischer Qualität an. Im Blues-getränkten «Hello Hubert» überzeugten Robi Weber (Piano), Thomas Dobler (Vibes), Kalli Gerhards (Bass) und Chris von Hoffmann (Drums) mit feinfühligem «Laid back»-Timing, sodass sich die virtu-osen Sololinien des Vibrafonisten frei und geschmeidig über dem zuverlässig groovenden Fundament der Rhythm-Section bewegen konnten. Das funktionierte vor allem deshalb so gut, weil schnell klar wurde, dass hier nicht einfach vier Musiker spielten, sondern ein Quartett als einheitlicher Klangkörper auftrat. Das von Robi Weber und Thomas Dobler unisono gespielte und identisch phrasierte Thema von «Cold Duck Time» und der dadurch entstehende, verblüffend homogene Klang hatten Gänsehautcharakter. Sowohl in der Stückauswahl – von «Basin Street Blues» über Klassiker wie «Mercy, Mercy, Mercy» bis hin zu Keith Jarrets «In Your Quiet Place» – als auch in der Spielart spähten die vier Musiker auch ab und an über die musikhistorischen Grenzen der Epoche Soul-Jazz hinaus. Kalli Gerhard erinnerte beispielsweise mit einem in aggressives Slapping mündenden Basssolo an «moderne» Combos wie das Esbjörn-Svensson-Trio. Bandleader Robi Weber glänzte derweil durch intelligent gesetzte Akzente und blitzschnelle, gewitzte Reaktionen auf die diversen Zitate, die ihm Thomas Dobler vom Vibrafon aus zuwarf. Die Zuhörer, deren Köpfe schon nach kurzer Zeit zu wippen begonnen hatten, zeigten sich restlos begeistert. Simon Peter

24.11.2009

Highlight mit Selbstironie

Netnakisum – vier Vollblutmusikerinnen aus Österreich – begeisterten die Zuhörer in der «Sommerlust».

Nach der Logik unserer Sprache steigert sich ein Streich- zu einem Streicher-Quartett, und wenn dieses auf den abenteuerlichen Namen Netnakisum hört, kann man sich schon einmal auf einiges gefasst machen, besonders, wenn diese Leute dann noch, wie am vergangenen Samstag, in der «Sommerlust» auftreten, wo ja schon einiges abgegangen ist, was anderswo zu Kopfschütteln Anlass gäbe. Doch damit kein Irrtum aufkommt, man isst dort erst einmal gut, und danach war es auch diesmal eine regelrechte Herbstlust im kleinen Oberstübchen, eine runde Sache mit Pfiff und Überraschungen, musikalisch ein Highlight voller gekonnter Selbstironie, was allein schon hierzulande Seltenheitswert geniesst. Noch nichts gemerkt? Nun, dann lese man doch einfach den Namen von hinten! Aha! Und sie kommen aus Österreich, vier temperamentvolle, sehr ansehnliche junge Damen im aufgepeppten Dirndl, mit Strümpfen in Türkis, Rosa, Grün und Rot, farblich wie auch tonal aufeinander abgestimmt, in Graz und Wien klassisch ausgebildet mit Mozart, Beethoven, Tonleitern, Dreiklängen, Bogentechnik und Harmonie- und Gesangslehre, spielen daher nicht nur in der ersten Lage, können richtig zählen, miteinander ein- und aussetzen, in der Besetzung eines normalen Streichquartetts, Magdalena Zenz und Johanna Kugler, Violine, Marie-Therese Härtel, Viola, und Dee Linde, Violoncello, aber was ist bei denen schon normal. Noten haben sie keine, dafür aber gleich reihenweise doppelte Böden in ihren selbst geschriebenen beziehungsweise arrangierten Stücken, verfügen über eine perfekt eingeübte Choreographie. Sie tun so, als nähmen sie sich selbst nicht ganz ernst, aber eben, sie tun nur so. Thematisch mischen sie überall mit und alles auf, Walzer, Tango, Zigeunergenre, Schlager, modern verfremdet bis zur Atonalität und mit Texten, die jeder versteht: «... so liebt er sie vergebens, das ist die Tragik des Leben --- ssss». Dann eine mitreissende rein instrumentale Bearbeitung von Bluesette (Roger Cicero, mit dem hier passenden leicht schwachsinnigen Textreim, «wenn ich den Blues nicht hätte …»), oder, beginnend mit Fingerschnipsen «Junge Leute – brauchen Liebe – ohne Liebe – kann doch keiner leben …». Na ja. Zu Recht aber haben sie sich ihren Namen gewählt, es sind wirkliche Musikanten, sorry, -innen, Vollblutmusikerinnen, die sich eine ganz neue Mischung von professionellem instrumentalem Können und ironisch irrlichterndem Showbusiness ausgedacht haben und diese Idee auch perfekt und konsequent umsetzen. So ein Gruss aus Argentinien, ein Tango, was sonst, verbunden mit einem Ringelreihen um einen virtuellen Kochtopf in der Mitte, das alles, ohne auch nur eine Sekunde mit dem Spielen auszusetzen. Das ist mehr als nur Show, sondern dazu gehören Phantasie, Unabhängigkeit und Sinn für Unkonventionelles. Wer es genauer will, gehe zu www.netnakisum.at.

Manfred Zürcher

Publiziert am 19.10.2009

Das ist pure Erotik in Jazzform

Das Barbara Balzan Quartet und Paolo Fresu bezauberten in der Sommerlust.

von Mark Liebenberg

Solche Leute hat man nicht jede Woche in der Stadt: Sie – die wohl hotteste Schweizer Vocal-Jazz-Hoffnung, die so klug wie sympathisch wie natürlich cool rüberkommt und beharrlich ihren Weg geht. Er – der sardische Superstar, unbestritten einer der profiliertesten europäischen Jazztrompeter in der Nachfolge von Tomas Stanko und Enrico Rava. Zusammen ergibt das: pure Erotik in Jazzform. Für manchen Connaisseur war es das Jazz-Ereignis der Saison: Einen starken Auftritt legte das Barbara Balzan Quartet mit Paolo Fresu am Samstagabend in der Sommerlust hin. Verena Prager gelang es, die Musiker anlässlich ihrer CD-Release-Tour und noch am Vorabend der eigentlichen CD-Taufe am Sonntag im KKL Luzern nach Schaffhausen zu verpflichten. Die neue CD «Secret Whisper» von Barbara Balzan und ihrer Mitmusiker Gregor Müller (Flügel), Attilio Zanchi (Kontrabass), Tony Renold (Schlagzeug) vereint Standards mit Eigenkompositionen und gilt als Geheimtip.

Laszivität und Lyrizismus

Lyrisch und ruhig sind viele der Stücke, und doch beweist die Formation Mut zum Aussergewöhnlichen. Fresu setzt – mit und ohne akustisch-technische Spielereien wie Echo und Tonverfremdung – einzigartige Akzente auf der Trompete und dem Flügelhorn. Der brillante Pianist erweist sich nicht nur als perfekter Begleiter, sondern empfiehlt sich als genialer Tastenkünstler, ein fein ziseliertes Schlagzeug und eigenwillige Kontrabasseinwürfe sind bereicherndes Zutun. Daneben setzt Balzan ihre Stimme gekonnt als Erzählinstrument ein. Sie präsentiert sich nicht nur als talentierte Sängerin, sie verfügt über eine warme, sehr flexible und ausdrucksvolle Stimme, mit welcher sie das Material mit fast traumwandlerischer Leichtigkeit bewältigt. Jede ihrer Noten und Phrasen ist präzis und wohlüberlegt. Optisch und durch den überaus klugen Einsatz der Körpersprache bringt sie Coolness und Laszivität auf einen Nenner. Im Zusammenspiel wissen sich die beiden Solisten zudem klug zurückzunehmen und lassen das formidable Trio walten. Diese Art postmoderner Jazz ist eine wunderbare Sache. Er befreit sich aus dem engen Korsett der komplizierten Harmonien, vertrackten Rhythmen und kaum mehr nachvollziehbaren Sololäufen und verzaubert stattdessen die Zuhörer mit einer kaum merkbaren Mischung aus Jazz, Bossa Nova, zeitgenössischen Klängen, Folklore und allerlei Elementen von Weltmusik. Eine schöne Melodie wie «Red is the Irish Rose» wird dann in ihrer herben Schönheit belassen, ein gerader, poppiger Rhythmus darf auch mal eine Nummer lang durchgezogen werden. Zum Beispiel: Fresu bestreitet am Flügelhorn mit «In the Light» eine Solointroduktion, ein reizvolles Spiel mit archaischen Intervallen, danach geht das Geschehen nahtlos in den Diana-Krall-Klassiker «Why Should I Care» über. Klangwelten, die gut nebeneinander Platz haben, man muss nicht alles durch den Fleischwolf drehen Die aufregenden Klangcollagen des Quintetts entführen die Zuhörer am Samstag auch in karge, meditative, flächig sich ausbreitende Sequenzen, um wieder mit swingendem Groove und erdigem Drive zu kontrastieren.

Diesseits und jenseits der Sehnsucht 14.09.2009

Konzert

Der Raum unter dem Dach der Kulturgaststätte Sommerlust war am Freitagabend bis auf den letzten Platz besetzt, als der Bassist Heiri Känzig und sein Quintett, bestehend aus dem Pianisten Urs Bollhalder, dem Flügelhornspieler Matthieu Michel, dem Drummer Claudio Strüby – er war kurzfristig für den verhinderten «Original-Drummer», wie Känzig sagte, Lionel Friedli eingesprungen – und Michael Zisman, dessen Bandoneonklänge man schon lange vor Konzertbeginn hinter den Kulissen hervorkommen gehört hatte, den freien Platz vor dem Publikum, von einer Bühne kann man ja nicht sprechen, da kein erhöhtes Podest vorhanden ist, betraten und gleich loslegten – behutsam, langsam und zart.

Es ging nicht lange, und man spürte das Potential dieser Band, die Glut im Untergrund, die vom glutroten Cover der brandneuen CD «buenosaires», deren zwölf Stücke das Rückgrat des Konzertes bildeten, äusserst passend illustriert wird. Beim dritten Stück dann, spätestens, war das Quintett warmgelaufen. «Das ist das erste Konzert dieses Quintetts, und ich selber bin zum erstenmal mit einer eigenen Band da», sagte Heiri Känzig, und gerade die «Sommerlust», wo die Nähe der Künstler zum Publikum ja so gross ist, erwies sich als ideal für eine solche Première, und die Musik wurde mit jedem Takt intensiver. Michael Zisman beginnt jetzt allein, mit geschlossenen Augen, dann setzen Bass und Drums ein, ein warmherziger, unaufdringlicher Swing, Zisman verstummt, und Flügel und Flügelhorn übernehmen. Urs Bollhalder ist ein ganz feiner Pianist. Seine lyrische, von Liebe durchpulste Komposition «Song for S» war einer der Höhepunkte, und dann war da natürlich immer wieder das brüchig-klagende Rufen des Flügelhorns – so etwa im «Sun Song». Der Klang des Bandoneons und der des Flügelhorns und die emotionalen Kompositionen weckten Sehnsucht – wohl nicht zuletzt nach der argentinischen Hafenstadt am Rio de la Plata mit ihren vielen Jazz- und Tangokneipen, die Linda Prager, die Tochter der Hausherrin Verena Prager, in der Einleitung sehr gerühmt hatte. Zwei Sets spielten Heiri Känzig und sein Quintett, und immer wieder gab es Szenenapplaus, wenn die zum Teil im Neuner-, Fünfer- oder Siebnertakt gehaltenen Kompositionen besonders gelungene Improvisationen gezeitigt hatten. Nach der Zugabe, «Another World», begab man sich denn auch wieder in eine solche, nämlich in die Alltagswelt diesseits der Sehnsucht. Alfred Wüger

Familie Prager bringt internationales Grossstadt-Flair nach Schaffhausen
salz und pfeffer Schweizer Illustrierte/al dente.pdf (2,4 MB)

Güterhof
salz und pfeffer
PR vom Feinsten.pdf (176 KB)

 


salz und pfeffer 10 Jahre Sommerlust – Gastrojournal Jubiläumsartikel.pdf (1,5 MB)
salz und pfeffer
10 Jahre Sommerlust – SN Jubiläumsartikel.pdf (1,8 MB)

Falls Sie noch nicht in unserer Gästekartei sind, senden Sie uns Ihre Adresse und wir werden Sie informieren. info@sommerlust.ch


1. Juni 2008
Grossstadt in der Kleinstadt
salz und pfeffer
SonntagsBlick_Magazin.pdf (2,7 MB)

8. April 2008
Frischer Wind im Güterhof
salz und pfeffer SN Linda Prager wird Geschäftsführerin.pdf (1,2 MB)

17. Januar 2008 Fotos
Die Bauarbeiten im und um den Güterhof sind im vollen Gange.
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Schaffhauser Nachrichten 7. November 2007
«Güterhof: Café, Bar und Restaurant in einem »
Im Güterhof an der Schifflände wird Verena Prager ab Juni 2008 das «wohl grösste Gastronomiekonzept» der Region umsetzen. Artikel als PDF zum download:

salz und pfeffer Gueterhof_SN_6Nov07.pdf (4,24 MB)

Wollten Sie schon lange wissen, wie das Konzept "Gastronomie und Kultur unter einem Dach" funktioniert?

"Food Service" ist eine renomiertes deutsche Wirtschaftsfachzeitschrift für professionelle Gastronomie, die sich diesem Thema sorgfältig genähert hat. Ich freue mich ausserordentlich, dass dieses Konzept erstmals in einem ausführlichen Artikel beschrieben und analysiert wird. Besonders erfreulich ist, dass dieses Heft genau zum morgigen Beginn des "Food summit" in Zürich, einem Fachsymposium erschienen ist.
Herbstprogramm Food_service1 (208 KB)

10 mal den 10. Geburtstag feiern
Zehn Jahre ist es her, seit Verena Prager das «Schauwecker'sche Gut» in eine Kulturgaststätte verwandelt hat. Nun feiert die Sommerlust ihren runden Geburtstag mit zehn kulinarisch-musikalischen Jubiläumsabenden .
Pdf download: pdf (934 kb)

Montag 31. Dezember 2007, Region
Konzert Thomas Silvestri Trio in der Kulturgaststätte Sommerlust
Jazz voller Raffinesse und mit packendem Swing Die Live-Auftritte der Schaffhauser Lokalmatadoren Thomas Silvestri (Piano), Hans Krisch (Kontrabass) und Bernie Ruch (Schlagzeug) kurz vor dem Jahreswechsel sind in der Kulturgaststätte Sommerlust zur Tradition geworden. Dennoch haben die Konzerte dieses höchst professionell agierenden Jazztrios auch nach über zehn Jahren nichts von ihrer Ausstrahlung und Anziehungskraft eingebüsst. Stets kann sich die Band auf eine treue Zuhörerschaft verlassen, die sich gerne einen Abend lang sowohl musikalisch wie kulinarisch verwöhnen lässt. Und so war es auch diesmal.

Montag, 02. Juli 2007, Salz und Pfeffer Nr.4 Juli 2007  
«Frauen sind mutiger»


Verena Prager auf dem Titel und im Interview mit Tobias Hüberli in
«Salz & Pfeffer - das Magazin der Schweizer Gastronomie»
Der Artikel mit wunderbaren Fotos von Marcel Studer und einem Rezept aus der Sommerlust-Küche als PDF zum download:
salz und pfeffer Salz_&_Pfeffer_Frauen.pdf (876 KB)

Dienstag 22. Mai 2007, Region
Vollblutmaler und rastlos Suchender

In der Sommerlust ist eine Ausstellung mit Werken des in Neuhausen aufge- wachsenenen Künstlers Bruno Ritter zu sehen.
Bruno Ritter ist dem Schaffhauser Publikum bestens bekannt durch verschiedene hiesige Ausstellungen seit 1982. Ebenso ist er vielen Kunstfreunden bekannt als Grenzgänger zwischen Maloja, wo er mit seiner Familie wohnt, und Chiavenna, wo er sein Atelier hat. Der Schriftsteller und Lyriker Ralph Dutli bezeichnet Ritter als «Pendler zwischen Nord und Süd, zwischen Abstraktion und Figürlichkeit, ein Vollblutmaler und ein rastlos Suchender, der weder die existenziellen noch die farblichen Klüfte und Kontraste scheut, sondern in sie eintaucht ...».

Montag 23. April 2007, Schaffhauser NachrichtenRegion
Und plötzlich sitzt er neben dir

Die Nacht ist nicht nur zum Schlafen da - das bewies Michael von der Heide mit seinem neuen Programm «Nachtflug» in der «Sommerlust».
VON Vanessa Buff
Brillanter Entertainer, begnadeter Komödiant, ein Stern am Schweizer Pophimmel - Michael von der Heide wurde schon vieles genannt. Und alles trifft zu. Von Kritikern geehrt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, gilt er bereits seit zehn Jahren als feste Grösse in der Schweizer Musikszene.
Am Samstag kam der Mann mit der Engelsstimme nun in die «Sommerlust» und unterhielt das Publikum mit seinem neuen Programm «Nachtflug».
Zusammen mit seiner Band - Greg Galli an den Tasten, Luca Leombruni am Bass und Remo Signer am Schlagzeug - spielte von der Heide weitere Hits wie den «Kriminaltango», der ursprünglich als Duett mit Nina Hagen aufgenommen wurde, oder «Paris, c'est toi», das auf seinem siebten Album «2Pièces» zu finden ist. Als das Konzert nach zwei Stunden Spielzeit endgültig zu Ende war, verabschiedete ihn das Publikum mit Standing Ovations.

Güterhof - aus dem Akzent Magazin März 2007

Montag 23. April 2007, Region
Das Konzept "Sommerlust" von Kultur-Gastronomin Verena Prager findet seine Fortsetzung im ehemaligen Güterhof an der Schiffslände. Präsident Roland Schöttle von der Kornhaus Liegenschaften AG gab jetzt bekannt, das mit der Schaffhauser Gastronomin ein langjähriger Pachtvertrag abgeschlossen wurde. Er betrifft einen wesentlichen Teil der Räume im Erdgeschoss des historischen Gebäudes. Der Güterhof an der  Schiffslände wird derzeit umgebaut. Verena Prager
will im Frühjahr 2008 die Räume beziehen und direkt am Wasser ein weiteres innovatives Gaststättenkonzept verwirklichen, das die lebendige Schaffhauser Gastroszene ergänzen soll. Die Detailplanungen zum Innenausbau laufen nun an.
Das Konzept soll im Mai vorgestellt werden. Dabei dürfte die Selfmade-Frau wohl wesentlich bessere Bedingungen vorfinden, als zu Beginn ihrer Karriere in der "Sommerlust". Eins steht fest: die Schaffhauser freuen sich auf ein weiteres
spannendes Projekt, das verstärkt auch den Tourismus und die Schifffahrt mit einbindet. Das Kultcafé Sommerlust bleibt als Dauerbrenner
erhalten. Viel mehr Details waren bislang noch nicht zu erfahren.
Text: Angela Steidle

Montag 26. Februar 2007, Region
Konzert Vera Kaa & Band in der «Sommerlust»
Das Tupfenröcklein wippt Mit sicherem Flair für Eigenständigkeit hat Vera Kaa nicht bei Edith Piaf angedockt. Mit deren Chansons hat sie vormals in der Kammgarn die Leute frieren gemacht. Gegenwärtig, seit den überlieferten Schweizer Volksliedern in Moll, bestimmt der Blues die Künstlerin so sehr, dass die «Sommerlust» in Schaffhausen vor Intensität bebte.
Vera Kaa & Band bedeutet eine Symbiose im rückhaltlosen Zusammenspiel mit dem Begriff «Spiel» an erster Stelle. Es heisst anheizen und im steten Dialog aller mit allen einen rasanten Bereich gewinnen. Wer sonst kaum einmal schreit vor Begeisterung, tat es. Wer nie über das Mitwippen mit den Zehenspitzen hinausging, schien auf dem Stuhl zu tanzen. Und alle verlangten «more».

Gault Millau Eintrag 2006 - 13 Punkte

Die idyllische Kulturgaststätte Sommerlust am Rhein bietet Kultur und Gastronomie unter einem Dach. Verena Prager serviert seit 1998 in Haus und Garten Genüsse für Augen, Ohr, Nase und Gaumen. Sie überzeugt mit beeindruckender Konstanz und bemerkenswertem Einfallsreichtum - auch in gastronomischer Hinsicht. Mit ihrem unverwechselbaren Stil sprechen Verena Prager und ihre als Stv. Geschäftsführerin tätige Tochter Linda jüngere und ältere Gäste gleichermassen an.

Bei unserem sommerlichen Besuch im Garten liessen wir uns zuerst eine Schaffhauser Rieslingschaumsuppe mit Trauben servieren, bezüglich Frische und Geschmack eine Delikatesse. Auch der marinierte Thunfischcarpaccio mit Kapernäpfeln, schwarzen und grünen Oliven, gehobeltem Parmesan und einem Ruccolabouquet machte Freude. Beim Wolfsbarsch auf schwarzen Nudeln an Safranschaum und mediterranem Gemüse mit getrockneten Tomaten und Peperoni war der Fisch auf den Punkt gegart. Auch die Nachspeise - ein leckeres Himbeertiramisu an Baileysschaum - zeugte von hoher Kreativität. Auswahl und Qualität der auch im Offenausschank erhältichen Weine sind ein weiterer Trumpf der Kulturgaststätte. Das Angebot ist im letzten Jahr um die besten Weine aus dem "Schaffhauser Blauburgunderland" ergänzt worden. Wir kosteten einen Pinot Blanc Terra Florales aus dem Weingut Hans Schlatter in Hallau und dann einen Rosé aus der Domaine de Cabasse, einem Weingut und Hotel in   (Ost-)Schweizer Hand in der Côtes-du-Rhône-Villages-AppellationSéguret. Freundlicher, aufmerksamer Service.

 

Montag 25. September 2006, Schaffhauser Nachrichten, Region

Konzert

Schaffhauser nicht wiederzuerkennen

Der Pop-Chansonnier Michael von der Heide könnte als Rosinenpflücker gelten. Der zündendsten Hits aus Disco, Wunschkonzert, Chanson hat er sich bedient, und zwar mit dem Instinkt dafür, wie seine Stimme sie zu etwas Eigenem gestalten kann.

Der Künstler singt bilingue, oder genauer dreisprachig, weil er auch in Mundart und mit eigenen Liedern viel Furore macht. Als Interpret wartet er zusammen mit seinen Musikern mit frechen, mundigen Geschmacksnuancen auf. Weil er überdies lustvoll seine Zwischentexte der Stimmung anpasst und offenkundig selbst einen Riesenplausch hat, wenn er sein Publikum herzhaft erfreuen kann, wird es ab und an turbulent. Pfeifen, trappeln, rufen - die Schaffhauser sind bald nicht wiederzuerkennen. Die meisten haben wohl den tänzerisch wendigen, mimisch geschickten Wahlzürcher mit der etwas herben, aber doch bis in höchste Gefilde reichenden Stimme bereits gekannt. Wo nicht, gab das Konzert in der «Sommerlust» mit viel Kurzweil die beste Gelegenheit dazu.
Am Kontrabass spielte intensiv Luca Leombruni, auch der Gitarrist Martin Buess hielt ausdrucksmässig nicht hinter dem Hag. Ein paar für Profis unerlässliche Dinge wie Farbscheinwerfer, diskret bühnenwirksame Anzüge und bei Gelegenheit passend etwas Nebel wiesen das akustische «2-Pièces» als erstrangig aus. Denn das Programm erinnerte an die würzige Küche, bei der feine Zutaten auch nicht zum Brei vermanscht werden. Ebenso verhielt es sich mit den griffigen Zwischentexten. Lieder von Knef, Piaf, Dietrich und Villon standen neben dem hitverdächtigen «Oerlikon». Mit grosser Bühnenpräsenz verkörperte Michael von der Heide das, was er besang. Da wand sich die Schlange, zischelte, gab den tödlichen Biss. Und geisterte nicht bei einer echt schweizerischen Liebes-Signalisierung die einstige Kabarettgrösse Margrit Rainer herum?
Der Mann baut auch Ballett ein. Er hat ein gewinnendes Lächeln, ist selbst bei Gefühlssachen nicht süsslich in Gesang und Sprache. Ohne zu persiflieren, singt er vorurteilslos Hits der Prinzessin Stefanie von Monaco, erzählt von der Teenagerzeit in Amden, schiebt seinen rasanten Kriminaltango nach. Das Publikum tobt vor Genuss. Es folgen Zugaben in Mehrzahl, bis endlich geglaubt wird - und zwar beim letzten Lied ohne Intrumentalbegleitung -, dass jetzt aber Schluss sei. Der CD-Tisch wird danach umbrandet.
Ursula Noser

Donnerstag 19. Februar 2006, Schweizer Familie 
«Sommerlust zur Winterzeit»   Pdf download:
Eine Reportage von Leandra Graf

Dieser Artikel aus der Schweizer Familie Nr. 7 mit Sommerlust-Rezepten als pdf zum Downloaden zeigt wunderbare Fotos, ist informativ, spannend und herzlich.


Montag 27. März 2006, Region
«Un peu comme chez soi» Konzert Thierry Langs Auftritte in der «Sommerlust» reichen bis ganz an den Anfang der «Kulturgaststätte» zurück. Das Trio des Jazzpianisten spielte schon zur Eröffnung vor fast genau acht Jahren auf, und am letzten Freitag legte der Ausnahmeartist, der beim legendären US-Label «Blue Note» unter Vertrag steht, vor über 100 Gästen einen weiteren Auftritt im grossen Saal im Dachstock der Sommerlust hin. Thierry Lang mag die «Sommerlust», wie er am Freitag eingestand, es sei hier «un peu comme chez soi», sagte der Welschschweizer und entschuldigte sich gleichzeitig sehr charmant, dass er nach all den Jahren immer noch kein Deutsch spreche.
Thierry Lang und seine bewährten Begleiter Heiri Känzig (Bass) und Peter Schmidlin (Schlagzeug) hatten dieses Mal noch zwei weitere Musikanten mit dabei, den in der «Sommerlust» ebenfalls nicht unbekannten Trompeter Franco Ambrosetti sowie den jungen Bandoneonspieler Michael Zisman.
Das Bandoneon ist das Hauptinstrument des Tango Argentino, und dass Jazz und Tango sich nicht ausschliessen, bewies schon der legendäre (und unter den Traditionalisten sehr umstrittene) Bandoneonvirtuose Astor Piazzolla, das grosse Vorbild des 24-jährigen Zisman.
Michael Zisman stammt aus einer Tangofamilie, trat schon mit elf Jahren zum ersten Mal öffentlich auf und gehört nach seiner Ausbildung in Buenos Aires und an der Swiss Jazz School wohl zu den grössten Talenten des Tango Nuevo. Mit dem passenden Stück «Invitation» führte das Quintett in den Abend, orientierte sich an den Beatles («Norwegian Wood») wie am traditionellen Fribourger Volksgesang («Le vieux Chalet»), Franco Ambrosetti zeigte sein kompositorisches und sein spielerisches Geschick mit seinem eigenen Werk «Ceiling in the Sky», dem zweiten Stück nach der Pause, und am Schluss des Abends widmete sich die Gruppe gar dem Blues.
Nach der einen Zugabe und insgesamt neun Stücken soliden Jazzhandwerks blieb aber die Frage, wo denn nun die Union von Jazz und Tango geblieben war. Bandoneonist Zisman, der neben Schweizer auch argentinische Wurzeln hat, schien wie eingeklemmt zwischen dem kraftvollen Spiel Langs und den berauschenden Schwärmereien Ambrosettis, und von hinten hagelte es Sticheleien aus Schmidlings Schlagwerk und Känzigs Grossgeige. Zismans Instrument fehlte die Puste, und ihm vielleicht doch der Mut, um sich mit seinem Balg neben dem Piano und der Trompete als dritte Stimme breit zu machen.
Vielleicht lag es auch an der Akustik. Michael Zisman beugte sich über sein Instrument, ganz nah, lauschte, was denn da aus den Ritzen kroch, zog und stiess und hämmerte und jammerte nach Kräften, doch trotz Verstärker konnte er sich mit seinem Spiel kaum je durchsetzen.
Möglicherweise gelingt es ihm am 10. Mai besser. Dann tritt er ebenfalls mit Thierry Lang, Franco Ambrosetti und Heiri Känzig am Jazzfestival Schaffhausen auf. Ein Schlagzeuger wird dann nicht dabei sein - schon mal ein Gegner weniger für den Bandeonisten der leisen Töne.
Zeno Geisseler Sommerlust Thierry Lang Trio and Friends

Montag 20. März 2006, Region
Theater in der Sommerlust
Markus Werners Buch in der Theaterversion

Selbst wenn man die Auflösung des Aufsehen erregenden Buches von Markus Werner «Am Hang», kennt, packt einen der durchgeformte Stoff erneut wie bei der Lesebegegnung. Der Schriftsteller hat mit unverwechselbarer Sprache die Spannung raffiniert aufgebaut. Wie gemeisselt sind die Sätze seiner widersprüchlichen Figuren aus dem menschlichen Drama übertragbar auf die Bühne.
Wenn denn nun mit Klaus Henner Russius ein ebenso analytischer Menschenkenner die Verkörperung der Romanfigur Loos übernimmt, dann von innen. Bohrend und zurückhaltend sarkastisch und selbstbeherrscht bis zur Grenze nimmt er das Frage-und-Antwortspiel mit Clarin auf. Mit Daniel Rohr bedient dieser Selbstsichere nicht das Klischee vom zynischen Unmenschen. Der Frauenkonsument ist zwar bindungsscheu, dennoch keiner, der über Leichen geht und die Versöhnung der Ehepartner verhindert mit aller Gewalt. Verwöhnt und selbstverliebt flüchtet er, wo Liebe «droht», in Unverbindlichkeit.
Schon früh wird «die Frau» gegenwärtig. Zuerst als Hintergrundsperson auf der Hotelterrasse, tritt sie als Bindeglied direkt in die Konstellation.
Loos' Vermutungen äussern sich wortlos; erst spät zeigt sich Zorn in den Augen. Da sind die Männer in ein fortgesetztes Gespräch verstrickt in dieser flüchtigen Zeit, wo Handys einen gehässig machen. Widerwillig gerät der Jüngere hautnah in Anteilnahme - und ins Netz.
Ariane Senns Anwesenheit als «Eva» gewinnt Konturen in der Aufmerksamkeit der Männer, selbst wenn sie erst am Schluss zu sprechen beginnt. Das Strömen der Geschichte erreicht den Katarakt. Fliessendes spielt von Anfang an eine gewichtige Rolle: Weisswein, Cognac, Regen, immer wieder das erleichternde Loslassen.
Brigitte Soraperra macht mit glaubhaften Regieeinfällen die Orte gut erkennbar; vor weissem Hintergrund mit Höhenkurven zeichnen sich Hotelzimmer, Speisesaal, Terrassentisch oder Wanderweg deutlich konturiert ab.
Positionswechsel in einer Art von Schachpartie zwischen Fragen und Preisgeben lassen am Ende Loos - man bedenke sich des Wortstamms des englischen Wortes - zum Sieger werden. Aus dem selbstherrlichen Clarin schält sich ein Verunsicherter, dem überdies die erste Frau in seiner Trophäensammlung reinen Wein einschenkt.
Es spielten das Theater Stadelhofen und das Theater am Kirchplatz Schaan in Koproduktion. Mit ihnen teilte der Schriftsteller Markus Werner den grossen Beifall.
Ursula Noser Sommerlust Theater Stadelhofen: «Am Hang».

GaultMillau Eintrag 2006

Verena Pragers "Kulturgaststätte Sommerlust" erfreut sich sowohl bei den Freunden der schönen Künste sowie musikalischer Kostbarkeiten als auch bei den Liebhabern einer gepflegten Küche grosser Beliebtheit.

Während in den oberen Geschossen Ausstellungen, Konzerte und Lesungen stattfinden, werden die Gäste im Erdgeschoss, im Park und neu auch in einem Wintergarten nach allen Regeln der Kochkunst verwöhnt. Bei schönem Wetter oder nach einer gut besuchten Veranstaltung braucht man aber mitunter etwas Geduld. Doch die lohnt sich. Denn die Küche besticht durch die Qualität der Produkte, stets neue Ideen, ein vielfältiges Angebot und professionelle Zubereitung.

Als erfreulichen Gruss aus der Küche gab's eine bunte Fischterrine an einer mit Zitronensaft abgeschmeckten Dillsauce. Der gemischte Sommerlustsalat war knackig und mit Sprossen und Radieschen garniert. Und bei den mit Blattspinat und Waldpilzen gefüllten Kaninchenröllchen als Hauptgang wurde die geschmacklich gelungene Kombination von einer ausgezeichneten Balsamico-Vinaigrette begleitet; ein Gericht mit kreativem Engagement und handwerklichem Können. Als Beilage gab's feine Spätzli und ein herrliches Bouquet aus Frühlingsgemüse mit Blumenkohl, Broccoli, Karotten, Spargeln, Kefen und Kürbis.

Zum Dessert wählten wir ein auf der Zunge schmelzendes Limonenparfait mit gratinierten Blutorangenscheiben als grossartiges Finale.

Die Weinempfehlung - eine Assemblage aus Pinot Blanc und Chardonnay aus dem Weingut von Erich Gysel aus Hallau - ein ausgezeichneter Tipp. Zu den Pluspunkten der Sommerlust gehören auch die Auswahl an offenen Weinen, die moderaten Preise und die lockere Atmosphäre. Und natürlich der Blick auf den gemächlich fliessenden Rhein.

13 GaultMillau Punkte

Montag 31. Oktober 2005, Schaffhauser Nachrichten, Region

Die Windmaschine rauscht, und das Wild röhrt «Waidmannsheil»: Abschlussproduktion in der «Sommerlust» Das TiF-Ensemble trat in der «Sommerlust» zur letzten Premiere an.
Von Ursula Noser
«Waidmannsheil» von Susanne Hinkelbein hat das böswillige Aufspüren, Aushecken und Durchführen von abgründigen Fantasien episodenhaft durchkomponiert. Graziella Rossi als Maggie und Charlotte Heinimann als Johanna schaukelten sich mit jägerischem Instinkt und innerseelischer Pirsch gegenseitig hoch. Dazu lieferte Helmut Vogel Naturgeräusche und - genial am Klavier dreistimmig spielend und dazu mit spielfreudiger Tenorstimme singend - das Komplementäre. Der Wald als grünes Zelt und Erholungsweide wurde poetisch und genial kontrapunktisch abgegrast. Die Windmaschine rauschte, Wild röhrte, Vöglein sangen.
Wir werden das TiF-Ensemble vermissen, weil es immer Gewähr für Denkanstösse gab. Jetzt aber erfolgt als Knalleffekt das Stück seiner Grenzüberschreitung von kumulierter Wahnvorstellung zum wirklichen Mord, gesprochen auch im wechselnden Mienenspiel von steinernem Gesicht bis zu glitzender Neugier auf echtes Menschentöten ... Schon bei den ersten, von Hintergründigkeit wabernden Dialogen wusste man: Hier wird die Waffe entsichert. In diesem Revier wird doppelläufig geladen, weil dieser Ansitz nichts mit Pirsch und Hege zu tun hat. In «ihrer» Lichtung des Gesellschaftsparkettes überblicken zwei mondäne Frauen von kalter Schönheit sensationslüstern Fallen und Absturzgelegenheiten. Perfekt sind sie von den Pelzen bis zu den Schirmen, mit denen sie niemals den Naturboden durchstreifen würden. Eher dem Kriegsgott Ares als der Artemis zugehörig, setzen sie an auf Freude, Gefühle, auf Unschuld der Sinnlichkeit. Zuletzt drücken sie ab. Dann schauen sie zu, wie ihr Opfer zuckt.
Im schauspielerischen Rundumschlag setzt das Mimenduo sämtliche Waffen der Mitteilung ein. Dazu gehört auch das absurde Selbstmitleid des grausamen Menschen. Und wenn nach erfolgtem Mord an der schlicht um Liebe beneideten arglosen Margrit die elegante Susanne um eines toten Eichhörnchens willen mit der Feh-Stola die Träne wegtupft, ist das Gefühl endgültig pervertiert.
Herrlich haftet, in der Regie von Hinkelbein/Wey, eine zu sardonischem Lachen führende Szene. Man mochte sie nicht, diese Jägerinnen. Aber man mag die Schauspielerinnen. Für einmal haben sie den Spiess um-gekehrt, denn nicht als Opfer und waidwunde Rehe, sondern glaubwürdig als Täterinnen klatschen sie den Zuschauern die schiere Bosheit ins Gesicht.

Freitag 16. September 2005, Schaffhauser Nachrichten, Region
Tafeln in der Orangerie Sommerlust: Viel Neues in der Kulturgaststätte Die «Sommerlust» hat ein neues, frisches Erscheinungsbild bekommen und ist jetzt an sieben Tagen pro Woche geöffnet.
Ob mans Orangerie oder Wintergarten nennt, spielt wohl keine Rolle: Fakt ist, dass die «Sommerlust» einen Glasanbau bekommen hat, in dem man bei jedem Wetter tafeln kann, winters wie sommers. Denn der Glaskubus, den Architekt Hans Peter Oechsli als Vorbau des Hauses konzipiert hat, hat eine Fussbodenheizung, und an heissen Tagen lässt sich die Glasverkleidung problemlos öffnen, sodass man mitten im lauschigen Garten sitzt. «Die Orangerie macht uns das Leben viel leichter», sagt Inhaberin Verena Prager. Denn mit diesen Plätzen - es sind zwischen 40 und 50 - kann man jetzt fix kalkulieren; anders als früher, als man sofort ins Innere umziehen musste, wenn sich Regen ankündigte. Und im Winter war der Garten sowieso nicht zu benutzen.
Im neuen Anbau ist alles anders. Da kann man aus dem Trockenen Wind und Wetter verfolgen und gemütlich tafeln dabei. Fertig gestellt ist der Wintergarten schon seit Ostern, aber der Anbau zog auch im Inneren einige Änderungen nach sich. «Plötzlich stimmten Interieur und Farben im Restaurant nicht mehr», sagt Prager. Deshalb wurde die Beiz ebenfalls umgemodelt und präsentiert sich nun in warmem Beige. Es gibt lange, gediegene Vorhänge im Landhausstil, und in der Ecke kann man sich in der Couchgruppe fast wie zu Hause fühlen. Statt leuchtend-starker Farben sind die Räume nun in gedeckten, diskreten Tönen gehalten. Durch die Glasfront der Orangerie kommt genügend Licht ins Haus.
Mit den Veränderungen im Innern musste zudem das Erscheinungsbild auf dem Logo, den Prospekten und der Homepage angepasst werden. Das hat Grafiker Bert Neuberger (Büsingen) mit viel Stilgefühl getan, sodass sich die Kulturgaststätte Sommerlust nun als Einheit präsentiert.
Weil man jetzt besser planen und kalkulieren kann, ändern sich auch die Öffnungszeiten. Das Restaurant ist nun die ganze Woche geöffnet, und immer sonntags bietet Pragers Team einen Brunch an. Nach wie vor finden in der «Sommerlust» Kulturveranstaltungen statt, aber passend zum neuen Motto «Essen, tagen, feiern» gibts auch Referate und Vorträge. Und damit man auf dem neuesten Stand ist, wurden der Tagungsraum im zweiten Stock mit Beamer, Hot Spot, Video und DVD ausgestattet, sodass man dort problemlos Tagungen abhalten kann. Für die Kulturveranstaltungen gibts zudem neue Scheinwerfer und einen Vorhang.
Die neue «Sommerlust», mit ihrer frischen und regional abgestimmten Küche, präsentiert sich an den «Lustvollen Tagen» mit verschiedenen Veranstaltungen. Sie sollen auch einen Vorgeschmack auf die Bandbreite des künftigen Angebots geben.
So bestreitet der Trendforscher und -analytiker David Bosshart am 22. September den offiziellen Eröffnungsevent mit einem Vortrag. Bereits morgen ist «La Lupa» mit einem Tessinerabend zu Gast, den man, ganz im Trend der Zeit, all inclusive, also mit Billett, Buffet und Getränken, buchen kann. Dazu gibts die Begleitausstellung «La Lupa-Impressionen» von Roswitha Gugg, und im Rahmen der Museumsnacht zeigt Stephan Viering am 24. September seine Nocturne «Die Schwarze Spinne». (E. F

Montag 15. August 2005, Region
Konzert
Jazzklassiker und Eigenkompositionen
Zu einem hochkarätigen Gastspiel geriet am Samstagabend in der ausgezeichnet besetzten Sommerlust der Saisonauftakt. Mit der kühnen Verpflichtung des erstmals in Duo-Besetzung auftretenden New Yorker Spitzenpianisten/Komponisten Mark Soskin mit seinem Schweizer Partner Nat Su auf dem Altsaxofon war Verena Prager eine Sternstunde gelungen. Anspruchsvoll waren die Erwartungen des Kennerpublikums, sassen unter den 50 Zuhörenr doch renommierte Musiklehrer und versierte Jazzamateure. Das Debüt-Konzert verdanken die Jazzfreaks einem Auftritt vor acht Jahren in der Band des Komponisten/Trompeters Hans Kennel, der als unermüdlicher Experimentator wie brillanter Alphorn- und Büchelsolist die Volksmusikinstrumente für Jazz und zeitgenössische Musik salonfähig machte. Während für Soskin die siebenjährige Mitwirkung in der Combo des Tenorsaxofonisten Sonny Rollins zum Schlüsselerlebnis wurde, verlebte Nat Su als Sohn eines Missionars seine Jugendjahre in Kamerun. Als er ab 1977 das Gymnasium in Zürich besuchte, wurde er vom Jazzbazillus voll getroffen. Er machte nach Studien in Graz und am «Berklee College of Music» in Boston den Abschluss als Musiklehrer. Heute unterrichtet er an der Musikhochschule Luzern.
Die hoch motivierten Musiker warteten in ihrem zweistündigen Programm mit einer wohldosierten Mischung aus berühmten Jazzklassikern und einfühlsamen Eigenkompositionen von Soskin auf. Beide Konzerte leitete der virtuose Pianist mit Solo-Tributs an die leider allzu früh verstorbenen Klavierlegenden Bill Evans und Bud Powell ein. Bei Kerzenlicht kamen die technische Brillanz und die Kreativität der Musiker voll zum Tragen. Zu einer Paradenummer geriet die Ballade «Round Midnight» von Thelonius Monk, in «Blue Bossa» und «Calypso» (Kenny Barron) zeichnete sich der warme Altsaxofon-Ton von Nat Su durch grenzenlose Kraft aus. Der lange Beifall wurde von den Künstlern mit einer Komposition von Mark Soskin honoriert! Gustav Sigg

Donnerstag 6. Mai 2004, Region
Gourmetfestival: In 14 Gault-Millau-Restaurants Spezielle Menüs und Degustationen Am zweiten Gourmetfestival beteiligen sich alle 14 Gault-Millau-Restaurants der Region Schaffhausen. Dazu zählen in der Stadt Schaffhausen die Beckenburg, die Fischerzunft, die Gerberstube, der Schaffhauserhof, das Schiff, die Sommerlust und das Theater; in Neuhausen am Rheinfall das Da Angelo, die Rosenburg und das Schlössli Wörth; in Neunkirch das Gemeindehaus, in Osterfingen das Bad sowie in Stein am Rhein der Chlosterhof und die Sonne.
Sie alle servieren bis zum 23.  Mai ein mehrgängiges Menü mit den passenden Weinen aus der Region. Einige der Restaurants bieten zudem Wine&Dine-Abende an, an denen der Produzent seine Weine persönlich vorstellt:

Gesamtprogramm
Ausstellungen
Hall of Fame
Menukarte
Mittagskarte
Bankettvorschläge
Kleine Karte
Getränke
Weine
Sonntagsbrunch
 
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